Handrefraktometer für Winzer

Im Wein liegt die Wahrheit – in vino veritas – wie man so schön sagt. In Deutschland wird er besonders gerne verkostet: Ungefähr 21 Liter sind es jährlich pro Kopf. Und natürlich ist es das Ziel eines jeden Winzers, dass der eigene Wein den qualitativen Ansprüchen gerecht werden kann. Ein wesentlicher Einflussfaktor hierfür ist der Reifegrad der Rebsorte. Von außen lässt sich die richtige Reife allerdings nicht exakt bestimmen – ein Handrefraktometer für Winzer sorgt in diesem Fall für Abhilfe.

Wie funktioniert ein Handrefraktometer?

Ein Refraktometer macht sich das physikalische Prinzip der Lichtbrechung zunutze. Je nach Dichte einer Flüssigkeit wird das Licht unterschiedlich stark gebrochen. Diese Erkenntnis hilft in Verbindung mit passenden Skalen dabei, den getesteten Flüssigkeiten entsprechende Eigenschaften zuzuordnen.

Bei einer Messung wird auf das Prisma des Geräts die zu prüfende Flüssigkeit gegeben und durch Schließen der Deckklappe verteilt. Anschließend wird das Handrefraktometer gegen das Licht gehalten. Für möglichst genaue Ergebnisse sollte die Messung in einer Umgebung mit Zimmertemperatur durchgeführt werden. Schaut man nun durch das Okular, kann mithilfe der abgebildeten die Konzentration eines Stoffes in einer Flüssigkeit gemessen werden.

Was wird beim Refraktometer für Winzer gemessen?

Im Bereich der Weinernte bedient man sich einem sogenannten Zucker-Refraktometer: Dieser misst den Zuckergehalt im Most und gibt Aufschluss darüber, wie hoch der voraussichtliche Alkoholgehalt im Wein liegt. Auf einen Prozent Alkohol entfallen prinzipiell 16,5 Gramm Zucker. Nur mit entsprechendem Reifegrad können diese Zuckerwerte erzielt werden, die darüber hinaus ein wichtiges Qualitätskriterium darstellen.

Welche Skalen und Messeinheiten gibt es?

Je nach Anforderung benötigt ein Winzer unterschiedliche Messeinheiten, von denen die gängigsten auf einem handelsüblichen Refraktometer abgebildet sind. Bei der Messung sollte darauf geachtet werden, dass das Ergebnis je nach äußerlichen Gegebenheiten geringfügig abweichen kann.

  • °Oechsle: Diese Einheit leitet sich von dem Mechaniker Ferdinand Oechsle ab, der die dazugehörige Waage für die Bestimmung des spezifischen Most-Gewichtes entwickelt hat. 1° Oechsle entspricht dabei einem Gramm spezifischem Gewicht. Oechsle ist die am häufigsten verwendete Messeinheit in Deutschland.
  • °Brix: Mit dieser Einheit wird der Zucker- bzw. Saccharose-Gehalt in Flüssigkeiten gemessen und zeigt dabei speziell die Dichte der Flüssigkeiten auf.
  • KMW / Babo: Diese Messeinheit stammt ursprünglich aus Österreich und bezieht sich auf die dazu erfundene Mostwaage. Hierbei wird der Zuckergehalt von Traubenmost in Gewichtsprozenten angegeben.

Handrefraktometer zum Messen des Zuckergehalts

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